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Schamanenfeuer - Das Geheimnis von Tunguska, MP3-CD

Schamanenfeuer - Das Geheimnis von Tunguska, MP3-CD
Von Martina André

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  • Amazon-Verkaufsrang: #7658 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-02-01
  • Format: MP3 Audio
  • Originalsprache: Deutsch
  • Anzahl der Produkte: 2
  • Länge: 1072 Minuten
  • Einband: Audio CD

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien eine verheerende Explosion stattgefunden hat. Viktoria Vandenberg versucht mit zwei anderen deutschen Forschern dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat es sich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Leo, ein junger Hirte, erzählt Viktoria von seiner neunzigjährigen Großmutter, deren Vater zu den ersten Wissenschaftlern vor Ort gehörte. Die Alte beschwört Viktoria, ihre Nachforschungen einzustellen: Geister, böse Schamanen seien am Werk. Als sämtliche Stromgeneratoren ausfallen, scheinen die Prophezeiungen in Erfüllung zu gehen, erst recht als eine Serie von geheimnisvollen Todesfällen über die Forschergruppe hereinbricht. Doch Viktoria gibt nicht auf. Sie begreift, dass Leo den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus unglaublicher erscheint als ein Meteoriteneinschlag.

Über den Autor
Die Autorin: Geboren 1961 in Bonn. Bundesbeamtin. Lebt mit ihrer Familie in Koblenz an Rhein und Mosel. Schriftstellerische Ambitionen seit frühester Jugend. Erste Veröffentlichung 2007.


Kundenrezensionen

Schade.3
Mir ist klar, dass ich gerade dabei bin völlig gegen den Trend der anderen Rezensenten zu schreiben, aber bei freier Meinungsäußerung darf man das ja wohl. Vorweg: Ich habe Martina Andres Rätsel der Tempelritter im MP3 Format genossen. Das war ein Hörbuch, wie ich es mir gewünscht habe. Klar, dass danach auch Schamanenfeuer in meinem MP3 Player landete. Zur Story:

Das Geheimnis um die Katastrophe von Tunguska wird in zwei Zeitebenen erzählt. In den Jahren vor der Großen Revolution wird der deutsche Wissenschaftsstudent Leonard Schenkendorf nach Tunguska verschleppt. Zusammen mit seiner großen Liebe Katja wird er festgenommen und die beiden werden in verschiedene Lager gebracht. Leonard entkommt dem Tod nur, weil er für das Regime, zusammen mit anderen Wissenschaftlern, eine Waffe entwickeln soll. Katja dient dabei als Druckmittel gegen den Deutschen.

Gute 100 Jahre später fährt die deutsche Wissenschaftlerin Viktoria Vanderberg mit einer Expepiditon nach Tunguska. Zusammen mit Mitarbeitern eines russischen Gasriesen und Regierungsvertretern soll die deutsche Expedition das Geheimnis von Tunguska enträtseln. Kaum angekommen geschieht ein Unglück und die Deutsche wird vom geheimnisvollen Leonid gerettet. Leonid muss sich verstecken, Regierungstruppen verfolgen ihn, seit er in Tschetschenien dunkle Machenschaften aufgedeckt hat. Zudem ist Leonid in der Tradition der großen tunguskischen Schamanen aufgezogen worden. Und nur die wissen genau über die Tunguska Katastrophe Bescheid.

Martina Andre verbindet die Handlungsstränge geschickt. Es ist nur schade, dass jeder, der das Rätsel der Tempelritter gelesen oder gehört hat, erkennt dass Martina Andre das komplette Handlungsgerüst dieses Romans in Schamanenfeuer übernommen hat. Hier werden die Zeitebenen zwar nicht mit Zeitsprüngen gewechselt, das war es dann aber auch schon. Die Figuren Leonids und Geros sind absolut deckungsgleich. Auch die anderen Protagonisten finden sich so, oder zumindest sehr ähnlich, in beiden Geschichten wieder. Es gibt das Wirtschaftsunternehmen mit finsteren Gesellen, Spione und Regierungsschergen, exakt wie beim Vorgänger. Als Zugabe gibt es eine gewaltige Portion Esoterik, die eventuell nicht jedermann schmecken wird. Dazu hat Martina Andre in Schamanenfeuer noch einen großen Schwung Erotik in die Geschichte gepackt. Das ist teilweise so präsent, dass es mich ein wenig an den guten alten Werbegedanken "Sex sells" erinnert hat. Aber wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung. Nach dem Genuss vom Rätsel der Tempelritter hat mich Schamanenfeuer, gelinde gesagt, enttäuscht.

Viele andere Leser und Hörer sehen das anders. Das dürfen sie auch. Und Sie sollten, wie immer, selbst entscheiden.

Wahrlich bombastisch!5
"Wunder lassen sich nun mal nicht wissenschaftlich erklären."
(Aslan Kondrashow, turkmenischer Physiker)

Nach "Die Gegenpäpstin" und "Das Geheimnis der Tempelritter", die beide im Jahre 2007 erschienen sind, ist "Schamanenfeuer" der dritte historisch-technisch-mystische Thriller der Autorin. Auch diesmal basiert die Romanhandlung auf eine umfangreiche Recherchearbeit, die in ihrer Detailvielfalt exemplarisch näher zu betrachten ist:

Gegenüber dem - im September 2008 erschienenen - Buch lassen die beiden MP3-CD und das vierseitige Booklet das Nachwort vermissen, in dem Martin André für alle Sachbücher zum Thema Peter Krassas "Tunguska. Das rätselhafte Jahrhundertereignis" (1995) stellvertretend für alle Quellen nennt, aus denen sie geschöpft hat. Ebenso fehlen zwei Landkarten und das in "Historischer Teil" und "Gegenwart" gegliederte Personenverzeichnis, sowie Begriffserklärungen. Dies alles tut jedoch, ebenso wie das neue, von TechniSat gewählte Cover, dem Hörabenteuer keinen Abbruch.

Geschickt macht die Autorin jedoch ihren Protagonisten Leonard Michael Schenkendorf zu einem Schüler Nikola Teslas (1856 - 1943), dem Pionier auf dem Gebiet des Wechselstroms. Bei einem Praktikum in Teslas Laboratorien bei Shoreham, Long Island (NY) hatte Leonard Einblick in dessen Erkenntnisse und Erfindungen, wie einem ihm benannten Transformator, der "Violet Wand", des ersten Radiosenders (Wardenclyffe Tower) und der weltweit ersten Fernsteuerung gewonnen. Daneben lässt sie Albert Einsteins spezielle Relativitätstheorie, ebenso einfließen wie die Äquivalenz von Masse und Energie.

Die Romanfigur Aslan Kondrashow lässt sie als "Dschadiden", d. h. einen Anhänger der westlich orientierten, progressiven Emanzipationsbewegung, der im Zarenreich (und danach in der UdSSR) unterdrückten zentralasiatischen Völker auftreten. Mit Andrej Semjonowitsch Lenov, dem Sicherheitschef der "GazCom" und vormaligen Oberst des Geheimdienstes, sowie dem lupenreinen Oligarchen Sergej Sergejewitsch Bashtiri erweckt die Autorin gewollt Assoziationen an die Verhältnisse im realen Postkommunismus. Die beschriebenen tungusischen Ureinwohner, auch Ewenken genannt sind auch bis in die Gegenwart hinein zum Großteil schamanische Animisten geblieben. Die bereits 1887 gegründete Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) findet ebenso Erwähnung.

Leider haben sich auch zwei kleine sachliche Fehler, die bei einer Gesamtbewertung jedoch nicht ins Gewicht fallen, eingeschlichen. Die Formulierungen "Es war Donnerstagabend....W. praktizierte wie jede Woche, seine bescheidene Feier zum beginnenden Shabbat" und "Der nächste Tag war ein Freitag.....und ihn plagte kein Gewissen, weil er mit seiner Arbeit die Gesetze des Shabbat missachtete" lassen außer acht, dass Shabbat der Samstag ist und daher erst mit der Dämmerung am Freitag einsetzt. Während die Beschreibungen "Heliumbeimischung" und "Wasserstoff-Heliumgemisch" korrekte physikalische Begriffe sind, kann es kein "Helium in der dreifachen Verbindung mit Wasserstoff und Ammoniak" geben, denn das Edelgas verfügt über eine gesättigte Elektronenwolke und kann daher keine chemische Verbindung eingehen.

Der professionellen Rundfunksprecherin und Ensemblemitglied des Münsteraner Wolfgang Borchert Theaters, Anja Bilabel - die sich bereits als Vorleserin von "Die Gegenpäpstin" ausgezeichnet hatte - ist auch die Hörbuchumsetzung des 488seitigen Romans voll und ganz gelungen. Mit einer, dem Zuhörer irgendwie vertrauten Stimme, erweckt sie alle verschiedenen Charaktere zum Leben und verleiht dem gesamten Szenario eine besondere Plastizität. Dadurch erfährt die dem Roman immanente eine zusätzliche Steigerung. Die insgesamt fast 18stündige (!) Hörbuchversion von "Schamanenfeuer" kann besonders für, bzw. gegen lang(e)-weilige Autobahnfahrten empfohlen werden. Mit ihrem dritten Roman hat sich Martina André nunmehr als die "Meisterin des historisch-technisch-mystischen Thrillers" etabliert. 5 Amazonsterne für ein Feuerwerk, das auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht.

Das Rätsel von Tunguska neu erzählt!5
Sommer 2008: Ein Team von Wissenschaftlern, darunter auch die Geophysikerin Dr. Viktoria Vanderberg, bricht nach Russland auf, um das Phänomen von Tunguska zu erforschen. Als Viktoria und ihr Kollege Sven Theisen im nahegelegenen See einen Tauchgang unternehmen, kommt es zu einer Explosion, bei der Viktoria ans Ufer geschleudert und dort halbtot von Leonid Aldanov, Nachfahre von Schamamen, gefunden wird. Dieser rettet ihr das Leben und verliebt sich in Viktoria, was schon bald auf Gegenseitigkeit beruht. Kurz darauf werden die Beiden in die gefährlichen Machenschaften eines korrupten und reichen Russen hineingezogen, der noch eine Rechnung mit Leonid offen hat.

Die Geschichte beginnt mit dem Leben von Leonard von Schenkendorff, einem deutschen Studenten der Elektromechanik, der in St. Petersburg studiert und hier in die Geschehnisse der russischen Unruhen Anfang des 20. Jahrhunderts hineingerät. Immer wieder wechselt die Autorin die Erzählstränge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sodass man zunächst das Gefühl erhält, zwei unterschiedliche Geschichten zu lesen. Erst nach und nach werden einem die Zusammenhänge zwischen diesen beiden bewusst. Die Wechsel sind jedes Mal äußerst geschickt gelegt und enden natürlich immer genau an der spannendsten Stelle, sodass ein Weiterlesen unumgänglich ist.

Die Geschichte rund um das Geheimnis von Tunguska hat Martina André sehr spannend und auch absolut logisch angelegt. So verschmilzt sie hier altes schamanisches Wissen mit den Kenntnissen der Wissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig baut sie das damalige Geschehen geschickt in ihre Geschichte rund um Viktoria und Leonid ein und die Informationen, welche man über das Geheimnis von Tunguska erhält, sind geschickt und unterhaltsam eingearbeitet.

Wie bereits in ihren anderen Büchern gelingt es Martina André auch dieses Mal wieder mühelos, den Charakteren der Geschichte fast augenblicklich Leben einzuhauchen und so entwickelt man sehr schnell Sympathien und Antipathien für die einzelnen Figuren und taucht regelrecht in die Geschichte ein. Allerdings bedient sich die Autorin hier gerne mal dem einen oder anderen Klischee. So sind die Russen in der Geschichte durchweg korrupt, bestechlich, trinkfest und ein Menschenleben zählt nicht viel für sie. So zeichnet sie mit der Figur des Bashtiri ein Bild, wie man sich einem typischen neureichen Firmenchef vorstellt. Äußerst mysteriös und geheimnisvoll sind jedoch die Charaktere der Familienangehörigen von Leonid angelegt und es ist immer wieder bewundernswert zu lesen, mit welcher stoischen Ruhe die Erwenken (Ureinwohner dieses Gebietes) sich die Übergriffe der Russen gefallen lassen und ihnen auf ihre Art Kontra bieten.

Die Geschichte ist von Anfang an schlüssig umgesetzt und durchweg spannend erzählt und der flüssige, lebendige und sehr unterhaltsame Schreibstil von Martina André sorgt dafür, dass man das Buch wirklich nur ungern aus der Hand legt.

Ihr neuer Roman mit dem Titel Die Teufelshure (MP3-CD) erscheint Ende 2009.