Eine Billion Dollar
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- Amazon-Verkaufsrang: #2070 in Musik
- Erscheinungsdatum: 2008-10-02
- Anzahl Disks: 4
- Format: Box-Set
Kundenrezensionen
Wieviel Geld macht glücklich?
John Fontanelli ist ein Pizzafahrer und lebt ein normales, durchschnittliches Leben, bis er am 23.April 1995 erfährt, dass er eine Billion Dollar geerbt hat. Fontanelli ist erstmal sprachlos und überlegt, was er sich als erstes gönnen wird. Nur nach und nach begreift, dass er fortan der reichste Mensch der Welt ist und reicher als die vorherigen zwanzig reichsten zusammen. Doch wie kam es dazu? Ein Urahn Fontanellis hat vor über fünfhundert Jahren einige Florin sinnvoll angelegt, wodurch sich das Vermögen ein halbes Jahrtausend später durch Zinses, Zinseszins usw. auf eine Billion Dollar vermehrt hat. Doch dieses Vermögen ist an eine Bedingung geknüpft: der Erbe des Geldes soll der Menschheit die verlorene Zukunft zurückgeben. Eine schwierige Aufgabe für jemand, der gestern noch Pizza ausgeliefert hat. Als sich ein geheimnisvoller Fremder meldet und dieser behauptet, dass er die Lösung des Rätsels kennt, gerät alles ins Wanken.
Hansi Jochmann (Stimme von Jodie Foster) trägt das Hörspiel durch zahlreiche Erklärungen in der Art einer Erzählerin, in denen einiges zu Fachbegriffen aus der Wirtschaft erläutert wird. Andreas Pietschmann spielt John Fontanelli und verleiht ihm mal eine überraschte, mal eine skeptische, stets passende Stimmlage. Aber auch die anderen Sprecher wie Felix von Manteuffel, Horst Sachtleben, Hans-Peter Hallwachs, Wanja Mues machen dieses Hörspiel zu einem Ohrenkino der Extraklasse.
Die Effekte und Geräusche passen sich der jeweiligen Szene hervorragend an und sorgen so für gute Bildhaftigkeit. Das an sich trockene Thema rund um Zinsen und Geldanlagen wird so zu einem Ohrenschmöker und bietet temporeiche fesselnde Unterhaltung.
"Eine Billion Dollar" ist eine Produktion des SWR und bietet auf vier CDs 243 Minuten lang beste Unterhaltung.
Wer muss etwas tun? Und wer kriegt etwas?
Das sind die einzigen beiden Fragen die sich die Menschheit noch stellen muss. Jedenfalls wenn es nach der Meinung von McCaine geht, dem Berater, dem John Fontanelli die Führung seines Konzerns überlassen hat. Aber der Reihe nach...
John Fontanelli, Sohn eines Schusters aus Jersey, wird mit einer Erbschaft konfrontiert. 1 Billion Dollar sollen ihm gehören. Einer seiner Ahnen hat vor 500 Jahren in Florenz eine Summe angelegt, die sich im Lauf der Zeit durch Zins und Zinseszins auf diese gigantische Summe vergrößert hat. Das Ganze passierte nicht zufällig. Das Geld ist mit einer Prophezeihung verbunden; es soll zum Wohle der gesamten Menschheit eingesetzt werden und das Leben auf dem Erdball besser machen.
John nimmt das Erbe an, hat allerdings keine Ahnung, wie er die Prophezeihung erfüllen soll. Zunächst lässt er sich durch die Anwaltsfamilie Vacci beraten, die das Vermögen über die Jahrhunderte betreute. Dann stellt er den gewieften McCaine ein, der sich blitzschnell wie eine Spinne ins Netz des Vermögens setzt und Entscheidungen trifft, von denen John nichts ahnt. Es kommt, wie es kommen muss, das Geld bringt John kein Glück. Weder in der Liebe, noch im Geschäftsleben oder der Freundschaft. Wie am Ende die Prophezeihung doch noch zu erfüllen ist, das kriegt nur ein Schreiber wie Andreas Eschbach hin.
Was soll man zu Andreas Eschbach noch sagen? In Ausgebrannt zeigte er uns, dass er sich in der Weltwirtschaft sehr gut auskennt, vor allem aber interessante Fragestellungen und Theorien findet. Beim Jesus Video überraschte er uns mit einem genialen Plot. Eine Billion Dollar hat beides. Im Kernpunkt steht die Frage: Wieviel Geld macht wirklich glücklich? Tut es das überhaupt? Und wieviel Macht kann man mit Geld ausüben? Wie Eschbach uns das erläutert, das hat Stil und Klasse. Nebenbei wird man bei der Lektüre von Eschbachs Büchern nicht dümmer. Ich wußte zum Beispiel nicht, dass das Wachstum der Weltbevölkerung in den letzten paar Tausend Jahren nur einmal gestockt hat. Wann? Hören sie mal rein!
Die 4 CDs gehen über 243 Minuten. Hansi Jochmann gibt kurz den Erzähler, der Rest der Charaktere ist mit profesionellen Sprechern sehr gut besetzt. Zwischen den einzelnen Kapiteln gönnt uns Eschbach ein bisschen Wallstreet-Hintergrundgeräusch. Klar ist es ein Problem, wenn man knapp 900 Leseseiten auf 4 Audio-CDs verbannt. Aber das ist gut gelungen. Wer das Buch nicht kennt, wird absolut begeistert sein und die Leser des Buchs werden mit dem Hörbuch leben können. Vor allem für diesen günstigen Preis. Ein Hörspiel, bei dem man als Käufer nicht viel verkehrt machen kann.
Mehr erwartet
Ich bekam das Hörbuch geliehen, allerdings bin ich bereits vorgewarnt worden, so daß die Enttäuschung am Ende nicht so groß war.
Der Anfang und die Idee des Hörbuches sind klasse - der Protagonist erbt als jüngster männlicher Nachfahre der Fontanellis zu einem Stichtag ein Vermögen, das sich über 500 Jahre lang durch Zins und Zinseszins angehäuft hat (eben 1 Billion Dollar) und soll damit eine geheimnisvolle Prophezeiung erfüllen - jedoch plätschert die so gut begonnene Story ziemlich dahin und es mag auch bei CD 3 von 4 immer noch keine wirkliche Spannung aufkommen. Es ist zwar nett geschrieben, schweift meines Erachtens jedoch leider je näher das Ende kommt immer mehr ins Unrealistische ab und wirkt somit beinahe lächerlich. Zudem kommt, daß die Handlung, die sich anfangs so dahingezogen hat, plötzlich mehr oder weniger überschlägt bzw. es wird alles nur noch kurz und knapp erzählt. Was vorher Minuten dauerte wird nun in sekundenschnelle erklärt. Man könnte fast den Eindruck bekommen, der Autor hätte gegen Ende selbst keine Lust mehr auf sein eigenes Buch gehabt oder stand unter enormen Zeitdruck und wollte es möglichst schnell zu Ende bringen.
Bei der Umsetzung des Hörbuches hätte man meiner Meinung nach ebenfalls einiges besser machen können: Jeder Charakter erhält einen eigenen Sprecher und für die Zwischensequenzen wurde eine Dame als Leserin verpflichtet - diese macht ihren Job meiner Meinung nach aber eher schlecht als Recht. Außerdem werden zwischendrin immer wieder (die selben) Börsennachrichten eingeblendet, was zwar am Anfang neugierig macht aber auch am Ende einfach keinen Sinn ergeben und nicht aufgeschlüsselt werden - sollte wohl ein kleines "gadget" sein ist aber meiner Meinung nach total verfehlt worden und schafft nur Verwirrung.
Mein Fazit: Eigentlich ganz nett jedoch ohne wirkliche Spannung und ein enorm fades und unrealistisches Ende dämpfen die gute Idee.



